Luise's Blog

Irgendwas künstlerisches

,,Das Praktikum ist ein riesen Ding! Bei späteren Bewerbungen kann es euch enorm helfen. Ganz zu schweigen von den Erfahrungen, die ihr in den zwei Wochen sammelt. Mit etwas Glück lernt ihr wirklich was und habt Spaß. Möglicherweise wird das Ganze aber auch ein riesen Desaster und ihr seid fürs Kaffee kochen und Abwaschen zuständig. Natürlich können wir das nicht komplett ausschließen, trotzdem werden wir  jetzt schon anfangen alles vorzubereiten! So könnt ihr euch früh genug bewerben.“                                                                                                                                                                                                                                                            Meine Lehrerin gibt sich sichtlich vergebens Mühe den ,,trägen Haufen'' (wie man uns im Lehrerzimmer zu nennen pflegt) vor sich zu motivieren. Falls eine geforderte Leistung hier überhaupt erbracht wird, geschieht dies meist erst wenige Stunden vor dem Termin.                                                                                                Die Freude auf das Praktikum ist bei vielen wahrscheinlich groß, sich jedoch ein Jahr davor damit auseinanderzusetzen scheint irgendwie eine Menge Überwindung zu kosten. Wie soll das denn auch funktionieren, wenn man noch nicht mal bis zur nächsten Woche planen kann?                                                                                         So werden uns irgendwelche Musterbeispiele ausgeteilt,  mit der Aufgabe eigene Bewerbungen und Lebensläufe zu entwerfen. Das wirft schließlich alle aus der Bahn. Wäre die Klasse etwas dynamischer, würde sie jetzt sicherlich in Aufruhr und Empörung ausbrechen. Keiner hat einen blassen Schimmer, wo er das Praktikum absolvieren möchte. ,,Schreibt halt einfach an Max Mustermann, mein Gott. Euch fällt schon was ein." Genervt verlässt meine Lehrerin den Raum.                        Einige Tage später führe ich einen Eignungstest durch, welchen eine Angestellte auswertet. ,,Etwas in der künstlerischen Richtung solltest du mal probieren. Und Mathe kannst du auch ganz gut."                                                                                                                                                                                                                                   ,,Toll“ denke ich, während ich versuche meinen Taschenrechner unbemerkt in meine Tasche zu packen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Das Praktikum rückt  immer näher und plötzlich kommt mir  der Gedanke, dieses bei einem Fotografen zu verbringen. Ehrlich gesagt wäre das auch das einzige, was mich interessiert.                                                                                                                                                                                                                                                                  Was ich zu dem Zeitpunkt nicht ahne, ist, dass mit dieser Idee auch eine ewige Suche beginnt. insgesamt  frage ich bestimmt bei mehr als zehn Fotografen an. Auch Berodi sagt mir ab. Durch einen glücklichen Zufall bekomme ich das Praktikum aber dann doch irgendwie.                                                                                                      Ohne Bewerbung und Lebenslauf.


berodi foto blog
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